Wenn ich mich so in der Arbeitswelt oder auch im Internet, im Fernsehen und in der Presse umschaue, fühle ich mich überall von erfolgreichen Menschen umgeben.

Darunter gibt es besonders schöne Menschen, besonders reiche Menschen, omnipräsente Menschen, Menschen in hohen beruflichen Positionen und so weiter…. Sie alle erscheinen auf die eine oder andere Weise erfolgreich zu sein.

Interessant finde ich, dass nicht nur ich diesen Erfolg wahrzunehmen scheine. Fast kommt es mir so vor, als gäbe es allgemeingültige Kriterien, wann jemand von einem sehr großen Teil der Allgemeinheit als erfolgreich oder auch nicht erfolgreich angesehen wird.

Hast Du einmal von dieser Formel gehört, die festlegt, wann jemand von 90% aller Menschen als schön betrachtet wird? Wissenschaftlicher haben herausgefunden, dass Menschen, deren Gesicht einer bestimmten Symmetrie folgt, von der Mehrheit der Menschen als besonders schön wahrgenommen werden.

So ungefähr stelle ich mir das auch mit den Kriterien für den Erfolg vor.

Aber warum ist das so und wer hat diese „Schablone“ eigentlich erfunden? Und warum richten auch wir uns in unseren Urteilen über andere und uns selbst nach dieser „Schablone“?

Brauchst Du Druck von außen?

Warum das so ist und woher das kommt, weiß ich nicht. Was ich aber sehr wohl in meiner Arbeit mit Menschen wahrnehme ist, was eine solche Schablone mit uns als soziale Wesen macht.

Sie erzeugt Druck!

Den Druck dazugehören zu wollen, zu genügen, zu gefallen und es den anderen und sich selbst zu beweisen.

Eigentlich Wahnsinn, wenn man es genau betrachtet, oder?

Wir legen Kriterien an uns und andere an, kommen zu einer Bewertung und haben an der Definition und Gestaltung der „Schablone“ überhaupt nicht mitgewirkt…

Meine Erfahrung zum Thema Erfolg

Ich bin selbst ein Mensch, der von jeher auf den klassischen Erfolgsbegriff getrimmt war.

In meiner Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin hatte ich in der Berufsschule die Möglichkeit, die Klasse zu wechseln und zusammen mit dem Berufsschulabschluss auch das Fachabitur zu erwerben. Erst zögerte ich und traute es mir nicht zu. Ich besprach das Thema zu Hause und auch in der Kanzlei. Zu Hause bekam ich volle Rückendeckung und meine Eltern bestärkten mich darin, diese Chance zu ergreifen.

Mein damaliger Chef allerdings sagte einen Satz, den ich bis heute nicht vergessen habe: „Dazu hast Du nicht das Zeug!“

Rums….das hatte gesessen!

Heute weiß ich, dass er ganz eigene Motive gehabt haben wird, diese Aussage zu treffen und vielleicht auch nur Angst hatte, dass ich ihn irgendwann zum Studieren verlassen könnte. Aber das konnte ich zu der Zeit noch nicht überblicken.

Ich wagte den Schritt dennoch und machte das Fachabitur quasi nebenbei. Es fühlte sich fast an wie ein Spaziergang und eröffnete mir unzählige Möglichkeiten.

Und ich beschloss damals: Dem werde ich es zeigen! Ich werde in meinem Leben sehr erfolgreich sein und er wird sich wünschen, er hätte das nie zu mir gesagt.

Ich habe dann tatsächlich studiert, nebenbei gearbeitet und bin schnell in Jobs mit Führungsverantwortung gelandet.

Meinen ehemaligen Chef habe ihn übrigens nie wiedergesehen und bin mir sicher, er hat mich und das, was er sagte, längst vergessen!

Und war (oder bin) ich nun erfolgreich?

Objektiv betrachtet, ja. Legt man die oben dargestellten Kriterien zugrunde, mit Sicherheit.

Habe ich mich erfolgreich gefühlt?

In dieser Zeit: NIE.

Stattdessen lastete ein immer währender und sogar stärker werdender Druck auf mir, immer weiter machen zu müssen, immer noch engagierter sein zu müssen, immer noch mehr Geld verdienen zu müssen…dieses Gefühl, dass es nie reicht.

Das man nie genügt!

Kennst Du dieses Gefühl, nie genug zu leisten, auch?

Ich habe nicht mehr bemerkt, dass ich mir diese „Schablone“ zum Erfolg, die es da draußen gibt, längst zu eigen gemacht hatte. Ich hatte zugelassen, dass ich nicht nur von außen daran gemessen wurde, sondern ich mich selbst daran gemessen hatte.

Mein Wert bestimmte sich ausschließlich über meinen messbaren Erfolg. Eine sehr unschöne und vor allem ungesunde Spirale war in Gang gekommen.

Heute weiß ich, dass es auch andere Erfolgsmodelle gibt und dass ich es selbst bin, die für sich definiert, wann ich erfolgreich bin und wann nicht.

Solange es mir gelingt, mich im Außen nicht ständig zu vergleichen, geht es mir sehr gut mit meiner eigenen Erfolgsdefinition. Ein bisschen, wie Leben und Arbeiten in einer selbst kreierten „Blase“.

Durch welchen Filter siehst Du Deine Erfolgs-Welt?

Aber ganz ehrlich, lebt nicht jeder für sich so oder so in einer Blase? Das heißt doch nichts Anderes, als das wir NICHT objektiv sind, sondern jeder die Welt durch seinen eigenen Filter aus Erziehung und Erfahrung sieht.

Und wenn dem so ist, kann ich doch auch für mich selbst entscheiden, wer oder was in meiner Blase ist und wie ich die Welt und damit auch Erfolg für mich definieren möchte.

Letztlich ist es nur meine Entscheidung, mich dem Druck zu entziehen und mir mein Berufs-Leben so zu gestalten, wie ich meine, dass es gut und richtig für mich ist. Das ist ein zufriedenes und vor allem gesundes Berufs-Leben, wie ich es verstehe!

Meine Blase auszugestalten und wenig im Außenvergleich unterwegs zu sein, ist etwas, dass mir zusehends besser gelingt – die Innenschau sozusagen.

Je besser ich mit mir und meiner inneren Weisheit verbunden bin, desto eher kann ich mein Leben von INNEN nach AUSSEN gestalten. Ich lasse mir immer weniger von AUSSEN diktieren, wie ich zu leben und mich zu fühlen habe.

Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters?!

Aber ich denke, diese spannende Reise zu sich und seinem inneren Kern ist Teil unserer Lebensaufgabe und wird deshalb zeitlebens nie enden.

Auch heute noch gibt es manchmal Situationen oder auch Tage, an denen ich mich im Außen vergleiche, alte Trigger aktiviert werden, die nach Status, Geld und Einfluss verlangen.

Aber HEUTE ist es MEINE Entscheidung, ob ich mich triggern lasse und meinem alten Erfolgsbild wieder nacheifere oder nicht.

Das ist das Resultat meiner bisherigen Reise: Wahrzunehmen, dass ich eine Wahl habe. Das ich entscheiden kann, wie ich agieren möchte.

In diesen Momenten, in denen es mir gelingt, meine alten Antreiber in Bezug auf Erfolg zu entlarven und mich für einen anderen Weg entscheide, fühle ich mich unglaublich

e r f o l g r e i c h!

Wann fühlst Du Dich erfolgreich und was ist für Dich heute in Deinem BerufsLEBEN eigentlich Erfolg?

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A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Dipl. Wirtschaftsjuristin (FH) mit 15 jähriger Erfahrung als Personalmanagerin in diversen Branchen, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin sowie zertifizierter Coach. Sie setzt sich mit voller Kraft für die Verbesserung der Arbeitswelt ihrer Klientinnen ein. Dazu zeigt sie "ihren" Frauen in verschiedenen Programmen, wie sie ANDERS arbeiten können: Entlang ihrer Stärken, zufrieden & motiviert.

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