Ich persönlich finde die Lebenswege spannend, die Brüche haben, die Misserfolge beinhalten, in denen auch Scheitern vorkommt – vielleicht finde ich das aufgrund meiner Vergangenheit als Personalerin so spannend 😉. Aber ziemlich wahrscheinlich ist, dass es DIR genauso geht und Du eher Geschichten von Menschen hören und lesen magst, die interessant und eben so gar nicht stringent und langweilig sind.

Ich habe fantastische Menschen aus meinem Netzwerk gebeten, ihre Geschichte mit uns zu teilen. Menschen, deren Geschichten auch DIR Mut machen sollen, Deinen Weg zu gehen und auch bei vermeintlichen Rückschlägen wieder aufzustehen und weiter zu machen. Ganz so, wie im Beitragsbild – ohne Sturm und Regen, kein saftiges Grün!

Heute teilt Michaela Deckert ihre Geschichte mit uns:

Wie ich das geworden bin, was ich jetzt bin? Was ist mein Warum?

Angélique ruft auf zur Blogparade. Gerne folge ich diesem Aufruf.

Meine Name ist Michaela Deckert. Ich wurde in einem kleinen Dorf in Hessen geboren und stand mit 18 nach dem Abitur vor der Frage, was will ich beruflich machen. Eine Antwort hatte ich nicht. Meine Eltern haben sich eine Banklehre für mich gewünscht, sozusagen der Klassiker und eine sichere „Bank“. Aber ich war schon immer eigensinnig und habe mich für etwas anderes entschieden – ein Praktikum im Kindergarten in unserem Ort.

Gesagt, getan und na ja, Praktikum war o.k., aber will ich das wirklich? Was mache ich mit 40? Dann bin ich doch zu alt für diesen Job? Den pädagogischen Teil der Arbeit fand ich faszinierend, also entschied ich mich für ein Studium der Erziehungswissenschaften. Das Gute daran, ich konnte die berufliche Entscheidung wieder für ein paar Jahre verschieben. Aber, aufgeschoben ist nicht aufgehoben und natürlich kommt sie wieder, die Frage nach dem Beruf. Diesmal am Ende des Studiums. Durch einen Fachartikel wurde ich auf die Arbeit im Personalwesen, neudeutsch HR, aufmerksam und wollte dort einsteigen.

Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, so jemanden wie mich, will man gar nicht.  Vielleicht zu unerfahren, zu ambitioniert, zu wenig Fachkenntnisse. Ich weiß es nicht. Also habe ich noch eine Weiterbildung im Personalwesen gemacht und siehe da, relativ schnell bin ich tatsächlich im Personalbereich gelandet.

Für mich gab es aber immer ein „Und jetzt?“, auch während meines neuen Aufgabenbereichs als Personalreferentin. Ich wollte mehr und fing ein Fernstudium zur Personalentwicklung an. Es folgte ein Wechsel innerhalb des Unternehmens. Hier kam ich zum ersten Mal in eine Situation mit der ich, so jung wie ich war, nicht umgehen konnte. Das Ende vom Lied war, dass mir gekündigt wurde. Ich war frustriert und verzweifelt, ich wusste nicht wie es weitergehen sollte. Glücklicherweise hatte ich durch meine Arbeit einige Coaches kennengelernt. So kam es, dass ich einen Coach ansprach und mit ihr an meinem Thema arbeitete. Es klappte gut und ich kam schnell in den nächsten Job. Ich war aber fasziniert von den Möglichkeiten und Chance des Coaching und habe mich gleichzeitig für eine Coachingausbildung angemeldet.

Nach kurzer Zeit hatte ich die Chance auf eine Position mit Leitungsfunktion. Sie wurde mir gut verkauft. Führung von zwei Mitarbeitern sowie neue Prozesse definieren, denn das Unternehmen hatte gerade umstrukturiert. Nach einem Jahr merkte ich aber, dass ich nur noch arbeitete, auf dem Weg zur Arbeit war mir nur noch übel. Ich hatte keinen Spaß mehr. Eines Morgens saß ich wieder in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Ich stieg aus, kehrte um und ging direkt zu meinem Hausarzt. Ich hatte einen Entschluss gefasst: gegen den Job, aber für meine Gesundheit. Ziemlich schnell habe ich gekündigt – ohne, dass ich was Neues hatte.

Ich weiß nicht, woher ich die Kraft genommen habe, aber ich wusste, es würde alles gut werden. Und tatsächlich fand ich einen passenden neuen Job, neue Kollegen. Die Jahre liefen gut und irgendwann verlagerte sich mein Schwerpunkt in Richtung Personalentwicklung. Zugleich wollte ich aber auch ganz pragmatisch meine Fahrtzeit verkürzen und mit diesem klaren Ziel vor Augen, fand ich eine neue Stelle in der Nähe. So dachte ich! Denn an dem Abend, als ich mit dem Geschäftsführer abends essen war und alles dingfest machen wollte, hatte ich morgens erfahren, dass ich schwanger bin. Freude, Angst, Unsicherheit und alle Planung über den Haufen.

Ich habe trotzdem dort angefangen, ging in Mutterschutz und nach einem Jahr habe ich wieder in Teilzeit gearbeitet. Aber es passte nicht mehr zu meinem Lebensziel. Ich hatte einige Jahre vorher schon als Nebentätigkeit mein Business als Coach aufgebaut. Wieder war es Zeit für eine klare Entscheidung und ich entschied mich, mich auf die Selbstständigkeit zu konzentrieren.

Meine Intention und mein Wunsch, mich als Coach selbständig zu machen, basiert auf diesen vielfältigen Erfahrungen. Zum einen, weiß ich wie es ist, an einem Punkt zu stehen, an dem man alleine nicht weiterkommt. Und zum anderen, weiß ich es sehr zu schätzen, dass es Menschen gibt, die genau dann weiterhelfen.

Das einschneidendste Erlebnis, das ich als Personalerin hatte, war die Verzweiflung eines Bewerbers, der sich auf eine Position beworben hat, die sehr gute Englischkenntnisse verlangte. Im Vorstellungsgespräch stellte sich heraus, dass er gar kein Englisch konnte. Er war seit einem Jahr arbeitslos und bewarb sich erfolglos. Seine ganze Körpersprache, sein Auftreten zeigten eine Haltung als Bittsteller und nicht als jemand, der einen Nutzen für ein Unternehmen stiften würde. Das hat mir gezeigt, dass da etwas gewaltig schief läuft. Es fehlt den Bewerbern an Klarheit. Sie kennen nicht ihr Ziel, wissen nicht, was sie können und unternehmen nicht die notwendigen Schritte, um das Ziel zu erreichen.

Heute bin ich glücklich und zufrieden, diesen Schritt in die Selbstständigkeit gewagt zu haben. Als Karrierecoach unterstütze ich Menschen, die beruflich in der Sackgasse stecken. Gemeinsam entwickeln wir neue Ideen, klären Stärken und Ziele.

Danke an Michaela Deckert , für diese wunderbare und Mut machende Geschichte.

Möchtest Du mehr über Michaela erfahren. Dann folge diesem Link zu ihrer Homepage https://www.michaela-deckert.de/

Wenn auch Du Deine berufliche Geschichte „NEU“ schreiben möchtest, wenn Du Dir nach einem Bruch in Deinem Leben wieder Stabilität für Dein BerufsLEBEN wünschst und dabei meine Unterstützung haben möchtest, nimm Kontakt zu mir auf und wir besprechen, wie Deine nächsten Schritte aussehen können.

Mehr Tipps, Artikel und Webinareinladungen für Dein gesundes BerufsLEBEN gibt es monatlich direkt in Dein Postfach, wenn Du magst. Einfach hier Deine eMail Adresse eintragen und auf „Absenden“ klicken. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich!

A. Thranberend

Angélique Thranberend ist Dipl. Wirtschaftsjuristin (FH) mit 15 jähriger Erfahrung als Personalmanagerin in diversen Branchen, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Entspannungs- und Hypnosetherapeutin sowie zertifizierter Coach. Sie setzt sich mit voller Kraft für die Verbesserung der Arbeitswelt ihrer Klientinnen ein. Dazu zeigt sie "ihren" Frauen in verschiedenen Programmen, wie sie ANDERS arbeiten können: Entlang ihrer Stärken, zufrieden & motiviert.

More Posts

Follow Me:
Flickr

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.